Erst diniert sie, dann kommt sie: Giovanna Casotto (*1962 in der Lombardei) in ihrer »Harry und Sally«-Fassung.
Beim Blättern (19) • Wenn Zeichner sich selbst zeichnen
Lauter andere Ichs
Er kümmert sich um sein Geschöpf. Als Doc gehört Paolo Serpieri zur Crew des Raumschiffs, auf dem seine Heldin Druuna zwischen ihren (Alp-) Träumen rumlümmelt. Er hegt und pflegt sie und trägt sie auf Händen. Manchmal raucht er auch nur eine Zigarre und bläst Sprechblasen ins Bild. Kein Einzelfall. Zig Zeichner wirken in ihren eigenen Comics mit. Ein Streifzug.
C wie Casotto
Serpieris Landsfrau
Giovanna Casotto
verwendet für ihre erotischen Werke Fotos als Vorlagen – vorzugsweise Fotos von sich selbst. So auch in ihrer Version der berühmten Orgasmusszene aus
»Harry und Sally«
(USA 1989); Sally täuscht da beim Essen einen Höhepunkt vor. Ob die sinnenfrohe Giovanna heute noch Modell steht für ihre Comics, wissen wir nicht. Immerhin wird sie im August 64.
G wie von Götha
Ja, Herr von Götha läuft unter dem Buchstaben G, weil sein »von« kleingeschrieben wird (für Ungläubige:
hier
der entsprechende Duden-Passus). Im SF-Porno »Twenty« gibt sich der Brite mit Monokel und Reiterstiefeln die Ehre. Als Baron
Erich von Götha
bietet er der kecken Twenty die Hauptrolle in der Verfilmung seines Bestsellers an: »Die Leiden der jungen Janice Teil 5« (tatsächlich erschienen nur vier Teile, ist halt Science Fiction).
Lebt er noch? Wenn ja, ist der Brite Robin Ray alias Erich von Götha mittlerweile über 100 Jahre alt (*1924 in London). Als Jüngling stattete er seiner Figur Twenty einen Besuch ab. Um die 80 war er da wohl.
L wie Larroca
Der Spanier
Salvador Larroca
(61) ist in den USA, scheint‘s, bekannter als in Europa. Liegt vermutlich an Marvels Superhelden. Jahrelang zeichnete sich Larroca quer durch deren Kosmos. In den »Fantastischen Vier« trat er in jungen Jahren selbst auf. Anlass: die anstehende Hochzeit von Sue Storm, der Unsichtbaren, mit Doktor Doom, dem Erzfeind des Quartetts. Ein Aufreger, auch im Verlag (/unten).
Ma wie Manara
Er konnte ja nicht ahnen, dass die Geschichte fünf Fortsetzungen nach sich zieht. Anfang dreißig war
Milo Manara
(*1945 in Südtirol), als er sich zur Hauptfigur eines (selbst-) ironischen Comicromans machte. Sein Alter Ego Giuseppe Bergmann sucht »Das große Abenteuer«, und er kriegt es. Mit allen Höhen und Tiefen. Und jeder Menge Schlappen und Blamagen.
Manaras Alter Ego Giuseppe Bergmann, ein Loser wie du und ich. Seine Abenteuer füllen inzwischen sechs Alben (und die ersten drei sind wirklich famos).
Moe wie Moebius
S wie Serpieri
Ruinenstädte, menschenfressende Tentakelhaufen und dauergeile Unholde – das ist Druunas Alltag. Der Signore, dem sie das verdankt, scharwenzelt in mehreren Alben um sie herum:
Paolo Eleuteri Serpieri. In der Rolle des Docs begleitet er auf einem Raumschiff seine gebeutelte Maid. Vornehmlich in Szenen, in denen sie ihren String anbehält (kommt vor).
T wie Tarlazzi
Blondine Luce Caponegro, Künstlername Selen, galt in den 1990ern als Italiens Pornostar Nummer eins.
Luca Tarlazzi
(*1962 in Lugo) setzte sie als Comicfigur in Szene – in Episoden für das Magazin »Selen«. Dort treibt es die Schöne so wild wie in den Filmen. Sogar mit ihrem Zeichner (zumindest in Tarlazzis Träumen).
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