Beim Blättern (17) • Liebesdienste mit Getriebe
Toy Boy Robotics
Sie räumen auf und putzen, einige können sogar kochen, sie sind Kammerdiener, Handwerker und Leibwächter in einem, selbst Schwerstarbeit erledigen sie ungerührt. Roboter sind nützliche Gesellen. Auch im Bett, findet manche Madame. Barbarella zum Beispiel, Lorna ebenfalls (nur Axa nicht, die Spaßbremse).
Sex mit Robotern hat gewisse Vorzüge. Der Partner reagiert auf Knopfdruck und will nicht erst die Sportschau zu Ende gucken. Er kann immer, aber er will nur, wenn auch sie will. Er ist ausdauernd wie ein Duracell-Hase, bei Bedarf rammelt er tagelang ohne Unterlass, und wenn das Softwarepaket stimmt, spult er nicht bloß das Standardprogramm ab. Weltraumbeauty Barbarella ist angetan. »Victor«, lobt sie, »Ihr habt Stil.« Ihr metallischer Bettgefährte bleibt bescheiden. »Ich kenne meine Schwächen«, gesteht Victor. »Meinen Impulsen haftet immer etwas Mechanisches an.«
Schraubenzieher, bitte
Verkantet sich in der Leistengegend was, die Hydraulik oder das Gestänge, herrscht erstmal tote Hose. Wie bei Arnold. Lornas Robot ist ein wenig lendenlahm. Bis die Dame des Hauses Hand anlegt und die Verklemmung mit geübten Griffen löst. Das Ergebnis ist überzeugend und macht »Boiiing!«,
Lorna
jauchzt, und für die Mädels ihrer Tratschrunde gibt es kein Halten mehr: »Arnold, wir kommen!«
»Drück‘ mich, Jorge«
Derlei ist von
Axa nicht zu hören, schon weil ihr Roboter Mark heißt. Die Amazone frönt zwar ihren Trieben, während sie durch postatomare Landschaften streift, und sie frönt gern und viel. Aber Rumvögeln mit einem Stahlgehäuse? Ist jetzt nicht so ihr Fall. Als sie sich im Schlaf nackt an ihren batteriebetriebenen Freund kuschelt, träumt sie von einem anderen, einem Mann aus Fleisch und Blut. »Oh Jorge«, träumt sie. »Drück‘ mich!« Doch Jorge drückt nicht. Ist nur ihr Roboter. »Ich weiß, du liebst mich auch, Mark«, seufzt Axa
traurig. »Aber kaltes Metall ist keine warme Haut.«
Wie, fragt man sich unwillkürlich, mag es wohl in Mark aussehen, in Arnold, in Victor, unter ihrer Hülle aus Edelstahl. Wie fühlen die sich, wenn wuschige Blondinen sie als Sexspielzeug benutzen (oder schlimmer noch: verschmähen)? Mit Barbarella zu poppen, mit Lorna zu pimpern: Was macht das mit einem Roboter? Ist das nicht Unzucht mit organischer Materie? Eine Art Sodomie?
Die Zigarette danach
Vielleicht wollen Mark, Arnold und Victor mal darüber reden, danach, bei einer Zigarette. Was sie beschäftigt, woran sie gerade denken... Wenn sie nerven, schaltet man sie halt ab. Ist das fair? Nein. Ist das demütigend? Ja. Aber es ist auch ungemein praktisch.
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