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blaufarn • 28. Mai 2026

Virtuoser Strich: »Die luftdichte Garage« von Moebius.

Virtuoser Strich: »Die luftdichte Garage« von Moebius.

Beim Blättern (18) • Von wegen farblos

Schwarz auf weiß
Wie? Nicht in Farbe? Comics ohne bunte Bilder? Hielten und halten manche für eintönig. Zu Unrecht. In Schwarzweiß zeigt sich pur und unverstellt die Güte des Gezeichneten. Strichführung, Schattentechnik, Gestaltung und Gewichtung der Panels – die Anatomie der Seiten.

Superhelden (und nicht nur sie) bringt der Bildschriftenverlag (bsv) vor rund sechzig Jahren zunächst schwarzweiß auf den Markt. Kein orangenes Ding, keine blaurote Spinne, keine grüne Laterne. Das spart Druckkosten. Erst Williams veröffentlicht durchgängig in Farbe (zudem handgelettert wie die Originale und in flapsiger Übersetzung). Vergleicht man die Ausgaben, ist das in vielerlei Hinsicht aufschlussreich.

Fesche Untote  Bastei lässt 1986 für sein Richard-Corben-Album ein neues Cover anfertigen. Das Original (unten) flößt dem Verlag Angst ein.

Käseweiß treten das Ding und die Spinne hierzulande in den 1960ern an. Hat was. Unverhüllt kommt die Machart zum Vorschein – die Handschrift der Zeichner (oben Jack Kirby, unten Steve Ditko).

Käseweiß treten das Ding und die Spinne hierzulande in den 1960ern an. Hat was. Unverhüllt kommt die Machart zum Vorschein – die Handschrift der Zeichner (links Jack Kirby, rechts Steve Ditko).

Ab den 1970ern ist Farbenfrohes die Regel. Außer im aufkommenden Genre der Erwachsenencomics. In Schwarzweiß macht Schreiber & Leser hiesige Leser mit Milo Manara bekannt (»Das große Abenteuer« 1980, »Der Affenkönig« 1983). Auch der Volksverlag traut sich – im Magazin Schwermetall wie in den Alben. Siehe »Die luftdichte Garage« von Moebius (Volksverlag 1983). Die unkolorierte Fassung feiert das meisterliche Spiel mit Stilen und Licht, das der Franzose in der Garage pflegt.

Fesche Untote  Bastei lässt 1986 für sein Richard-Corben-Album ein neues Cover anfertigen. Das Original (unten) flößt dem Verlag Angst ein.

Lichtdurchflutet ist die mysteriöse Garage, die Major Grubert durchquert. Ein schwarzweißgrauer Erlebnisraum. Spektakulär. Und aufregender als die spätere Farbversion (Carlsen 1990).

Fesche Untote  Bastei lässt 1986 für sein Richard-Corben-Album ein neues Cover anfertigen. Das Original (unten) flößt dem Verlag Angst ein.

Lichtdurchflutet ist die mysteriöse Garage, die Major Grubert durchquert. Ein schwarzweißgrauer Erlebnisraum. Spektakulär. Und aufregender als die spätere Farbversion (Carlsen 1990).

Ein sehenswertes Beispiel aus jüngerer Vergangenheit ist Alessandro Barbuccis Sky Doll. Die feine Feder des Italieners, der Detailreichtum seiner Zeichnungen – in den Skizzenbänden »Doll’s Factory« (Carlsen 2003) und »Sudra« (Splitter 2014) lassen sie sich bestaunen, Entstehungsprozess inklusive.

Fesche Untote  Bastei lässt 1986 für sein Richard-Corben-Album ein neues Cover anfertigen. Das Original (unten) flößt dem Verlag Angst ein.

Zartschimmernd erscheint die Welt von Sky Doll Noa. Ob in der Bleistiftfassung (oben) oder in der unkolorierten Tuscheversion (unten).

Fesche Untote  Bastei lässt 1986 für sein Richard-Corben-Album ein neues Cover anfertigen. Das Original (unten) flößt dem Verlag Angst ein.

Was nicht bunt ist, ist farblos? Von wegen. Schwarz auf weiß entfalten Comics eine eigene Anziehungskraft – sie geben den Blick frei auf das Können der Zeichner.




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