blaufarn • 22. August 2026

Beim Blättern (20) • TV-Serien als Comics

Fortsetzung folgt
Sie sind schon bekannt, bevor sie auf den Markt kommen – die Comicfassungen beliebter TV-Serien. Was im Fernsehen gefällt, so der Gedanke, findet auch als Comic Anklang. Erst recht im Science-Fiction-Genre. Faszinierendes, das auf der Mattscheibe aus Kostengründen nicht ohne weiteres umzusetzen ist, lässt sich mit leichter Hand zu Papier bringen. Exotische Planeten, bizarre Lebensformen, unbekannte Zivilisationen. Doch die Atmosphäre der Vorlagen fangen nur wenige ein. 

Trabant auf Abwegen

Mondbasis Alpha 1
Die TV-Serie: 2 Staffeln, 48 Folgen
Deutsche Erstausstrahlung:

1977 bis 1978 (ZDF)

Mondbasis Alpha 1
Die TV-Serie: 2 Staffeln, 48 Folgen
Deutsche Erstausstrahlung:

1977 bis 1978 (ZDF)

Explodierender Atommüll wirft den Erdmond aus der Umlaufbahn und schleudert ihn in die Tiefen des Alls. Auf der Mondbasis überleben 300 Menschen, überwiegend Wissenschaftler. In entlegenen Sonnensystemen begegnen sie ulkig geschminkten Wesen wie »Dracula« Christopher Lee und »Darth Vader« David Prowse als Ganzkörpergummipuppe. In den Hauptrollen: der spätere Oscar-Gewinner Martin Landau und seine Frau Barbara Bain, die bereits in der Fernsehserie Kobra, übernehmen Sie (Mission Impossible) mitspielten.

Die Comics: 1977 bis 1978 (Koralle)
Zack startete die Comicadaption wenige Wochen nach der TV-Premiere. Eine Eigenproduktion, in Szene gesetzt vom Spanier José Cardona. Zwei Dutzend Abenteuer entstanden, darunter zwei Alben (Zack Box 31 und 32) und fünf Storys in den Taschenbüchern der Zack Parade (Bände 26 bis 30). Die Mondbasis, ihre Raumschiffe, die Hauptfiguren – alles wie im Fernsehen. Cardona zeichnete nach Fotovorlagen, stieß aber an seine Grenzen. Commander Koenig (Martin Landau) und Doktor Helena Russell (Barbara Bain) haben zwar hohen Wiedererkennungswert, doch ihre Mienen sind überwiegend versteinert. Mit dem Siegeszug von Krieg der Sterne (ab 1978 in deutschen Kinos) verlor sich das Interesse am rumtreibenden Mond.

Die Comics: 1977 bis 1978 (Koralle)
Zack startete die Comicadaption wenige Wochen nach der TV-Premiere. Eine Eigenproduktion, in Szene gesetzt vom Spanier José Cardona. Zwei Dutzend Abenteuer entstanden, darunter zwei Alben (Zack Box 31 und 32) und fünf Storys in den Taschenbüchern der Zack Parade (Bände 26 bis 30). Die Mondbasis, ihre Raumschiffe, die Hauptfiguren – alles wie im Fernsehen. Cardona zeichnete nach Fotovorlagen, stieß aber an seine Grenzen. Commander Koenig (Martin Landau) und Doktor Helena Russell (Barbara Bain) haben zwar hohen Wiedererkennungswert, doch ihre Mienen sind überwiegend versteinert. Mit dem Siegeszug von Krieg der Sterne (ab 1978 in deutschen Kinos) verlor sich das Interesse am rumtreibenden Mond.

Die Crew der Mondbasis (v.l.n.r.): Commander John Koenig und Ärztin Dr. Helena Russell, Professor Victor Bergman, Datenanalystin Sandra Benes, Chefpilot Alan Carter, Programmierer David Kano

Außerirdische Schatten

Babylon 5
Die TV-Serie: 5 Staffeln, 110 Folgen, 5 Fernsehfilme
Deutsche Erstausstrahlung:

1995 bis 1999 (ProSieben)

Babylon 5
Die TV-Serie: 5 Staffeln, 110 Folgen,

5 Fernsehfilme
Deutsche Erstausstrahlung:

1995 bis 1999 (ProSieben)

Das Jahr 2257. Über dem Planeten Epsilon III schwebt die Raumstation Babylon 5, diplomatischer Vorposten der Menschheit und intergalaktischer Treff für Völker wie die Minbari, Centauri und Narn. Die Crew schlägt sich mit Handelskonflikten und politischen Intrigen herum – bis eine Bedrohung ungeahnten Ausmaßes auftaucht: die uralte Spezies der Schatten. 
Der Handlungsbogen war schon zu Beginn auf fünf Staffeln angelegt, damals ein neues (und ehrgeiziges) TV-Konzept. Nicht vorgesehen war der Ausstieg des Hauptdarstellers. Commander Jeffrey Sinclair (Michael O'Hare) verließ
Babylon 5 nach der ersten Staffel, ihn ersetzte John Sheridan (Bruce Boxleitner).

Die Comics: 1996 bis 1997 (Feest)
J. Michael Straczynski, Schöpfer der Fernsehserie, skizzierte die Grundzüge der Comics, die im Original bei DC herauskamen. Die Geschichten ergänzen die TV-Handlung und beleuchten Erzählstränge, die dort nicht oder nur am Rande Erwähnung finden – Commander Sinclairs Abschied etwa. Gute Voraussetzungen für einen Erfolg. Eigentlich. Doch den Zeichnungen fehlt es an Flair und Qualität der Vorlage. Nach fünf Alben stellte Feest die Serie ein, der angekündigte sechste Band erschien nicht mehr.

Die Comics: 1996 bis 1997 (Feest)
J. Michael Straczynski, Schöpfer der Fernsehserie, skizzierte die Grundzüge der Comics, die im Original bei DC herauskamen. Die Geschichten ergänzen die TV-Handlung und beleuchten Erzählstränge, die dort nicht oder nur am Rande Erwähnung finden – Commander Sinclairs Abschied etwa. Gute Voraussetzungen für einen Erfolg. Eigentlich. Doch den Zeichnungen fehlt es an Flair und Qualität der Vorlage. Nach fünf Alben stellte Feest die Serie ein, der angekündigte sechste Band erschien nicht mehr.

Köpfe der Raumstation (v.l.n.r.): Minbari-Botschafterin Delenn, Kommandant John Sheridan, seine Stellvertreterin Susan Ivanova, Sicherheitschef Michael Garibaldi, Narn-Botschafter G'Kar, Centauri-Botschafter Londo Mollari

Drill im All

Space 2063
Die TV-Serie: 1 Staffel, 23 Folgen
Deutsche Erstausstrahlung:

1996 (Vox)

Space 2063
Die TV-Serie: 1 Staffel, 23 Folgen
Deutsche Erstausstrahlung: 1996 (Vox)

Eine Handvoll junger US-Marines zieht 2063 in den Krieg. Fiese Außerirdische, die Chigs, überfallen Kolonien der Menschheit. Stationiert auf einem Flugzeugträger im Weltraum, der Saratoga, begehen die adretten Twens eine Heldentat nach der anderen. Um am Ende festzustellen: Nicht die gemeinen Chigs sind die Aggressoren, sondern die Menschen.
Ersonnen von den
Akte X-Autoren Glen Morgan und James Wong, galt Space 2063 seinerzeit als eines der aufwendigsten TV-Projekte; Produktionskosten: mehr als eine Million Dollar pro Folge. Zu teuer angesichts der Einschaltquoten, fand der US-Sender Fox und wrackte die Saratoga nach einer Saison ab.

Die Comics: 1996 bis 1997 (Feest)
So kurzlebig wie die Fernsehserie war auch die Comicfassung. Fünf Hefte kamen in den USA heraus, Durchschnittsware, routiniert erstellt. Feest packte sie hierzulande in zwei Paperbacks. Band 1 enthält die Adaption des Pilotfilms.

Space-Marines (v.l.n.r.): die Lieutenants Nathan West und Cooper Hawkes, Captain Shane Vansen

Planetenhopping

Stargate SG-1
Die TV-Serie: 10 Staffeln, 214 Folgen, 2 Fernsehfilme
Deutsche Erstausstrahlung:

1999 bis 2007 (RTL 2)

Stargate SG-1
Die TV-Serie: 10 Staffeln, 214 Folgen,

2 Fernsehfilme
Deutsche Erstausstrahlung:

1999 bis 2007 (RTL 2)

Ein Sternentor ermöglicht Reisen quer durch die Galaxis. Colonel Jack O’Neill von der US Air Force packt das MG ein und erkundet mit dem Kommando SG-1 die kanadische Wildnis – ach Humbug: er erkundet fremde Welten, die nach kanadischer Wildnis aussehen. Zwischen Farnen und Fichten kämpfen O’Neill, Samantha »Sam« Carter, Archäologe Daniel Jackson und der Jaffa Teal’c gegen die Goa’uld, außerirdische Parasiten, die ihren humanoiden Wirten übermenschliche Kräfte und eine grollende Stimme verleihen.
Basiert auf Roland Emmerichs verblüffend erfolgreichem Kinotrash
Stargate (USA 1994). Und war ähnlich erfolgreich.

Das Comic: 2005 (Dino)
Dinos Ausflug ins Stargate-Universum endete nach einer Ausgabe. Ein abgeschlossenes Abenteuer, eigenwillig gezeichnet, aber nicht ohne Charme. In den USA kam eine Handvoll weiterer Storys auf den Markt, darunter das Comicdebüt des Ablegers Stargate Atlantis.

Das SG-1-Kommando (v.l.n.r.): Colonel Jack O’Neill, Captain Samantha Carter, Archäologe Daniel Jackson, Jaffa Teal’c

»Frell dich!«

Farscape
Die TV-Serie: 4 Staffeln, 88 Folgen,

ein finaler Zweiteiler
Deutsche Erstausstrahlung:

ab 2000 (Sat. 1)

Farscape
Die TV-Serie: 4 Staffeln, 88 Folgen,

ein finaler Zweiteiler
Deutsche Erstausstrahlung: ab 2000 (Sat. 1)

Der fußlahme Heliumpupser Rygel XVI., die abtrünnige Soldatin Aeryn, der Luxaner Ka D’Argo mit Bartwulst am Kinn und Tentakeln am Kopf – eine eigenwillige Gesellschaft ist es, in der sich US-Astronaut John Crichton wiederfindet. Durch ein Wurmloch gelangt er in einen unbekannten Sektor des Universums. An Bord des lebenden Raumschiffs Moya flieht er mit Aeryn, Rygel und den anderen vor rachsüchtigen Sebazianern und mordgierigen Scarranern. Und macht Bekanntschaft mit den unendlichen Seltsamkeiten des Alls.
Wegweisende SF-Serie der Muppets-Macher. Spielte mit Erzählweisen und Formaten und etablierte einen eigenen Slang: »Frell dich!« (»Fuck you!«).

Die Comics: 2011 (Panini)
Farscape-Schöpfer Rockne S. O’Bannon schrieb auch die Plots der Comicfassung. Die Handlung knüpft an die Ereignisse der TV-Serie an und schildert, wohin es Crichton, Aeryn und Rygel danach verschlägt. Mehr als fünfzig Hefte brachten die Boom! Studios in den USA heraus. Hierzulande fasste Panini die ersten beiden Miniserien in zwei Paperbacks zusammen. Dann war Schluss, verfrellt noch eins. Denn übel ist die Comicfassung nicht.

Die Comics: 2011 (Panini)
Farscape-Schöpfer Rockne S. O’Bannon schrieb auch die Plots der Comicfassung. Die Handlung knüpft an die Ereignisse der TV-Serie an und schildert, wohin es Crichton, Aeryn und Rygel danach verschlägt. Mehr als fünfzig Hefte brachten die Boom! Studios in den USA heraus. Hierzulande fasste Panini die ersten beiden Miniserien in zwei Paperbacks zusammen. Dann war Schluss, verfrellt noch eins. Denn übel ist die Comicfassung nicht.

Farscapes Gesichter (v.l.n.r.): Astronaut John Crichton, Ex-Soldatin Aeryn Sun, Finsterling Scorpius, die quirlig-graue Chiana, Hynerianer und Heliumpupser Rygel XVI., Moyas Symbiont Pilot

Outlaws unter fernen Sonnen

Firefly – Der Aufbruch der Serenity
Die TV-Serie: 1 Staffel, 14 Folgen,

ein finaler Spielfilm
Deutsche Erstausstrahlung:

2009 (Super RTL)

Firefly – Der Aufbruch

der Serenity
Die TV-Serie: 1 Staffel, 14 Folgen,

ein finaler Spielfilm
Deutsche Erstausstrahlung:

2009 (Super RTL)

Die Serenity, ein altersschwacher Raumfrachter der Firefly-Klasse. Das Zuhause von Malcolm Reynolds und seiner zusammengewürfelten Crew. Und Herberge von Dauergästen wie Edelhure Inara und Priester Shepherd Book. Mit Schmuggel und Gaunereien hält sich der bunte Haufen über Wasser. Den totalitären Herrschern, der Allianz, geht die Serenity ebenso aus dem Weg wie skrupellosen Desperados. Bis Malcolm und Co. einem Geheimnis auf die Spur kommen – dem Rätsel um die blutrünstigen Reaver, die im All Angst und Schrecken verbreiten.
Ein SF-Western von Joss Whedon
(Buffy, Aliens 4, Avengers), gespickt mit überraschenden Einfällen. Wegen schwacher Quoten setzte der US-Sender Fox die Serie noch vor Ende der ersten Staffel ab.

Die Comics: 2010 bis 2017 (Panini)
Ambitionierte Zeichner mit eigenem Stil, Storys, die Handlungsfäden des TV-Geschehens aufgreifen und Lücken füllen – eine rundum gelungene Adaption, so ideenreich wie die Vorlage. Unter dem Titel Serenity veröffentlichte Panini in vier Paperbacks das vorhandene Material (erschien im Original bei Dark Horse; Autoren: Joss Whedon und sein Bruder Zack). In den USA führten danach die Boom! Studios die Comicserie unter dem Titel Firefly fort.

Die Comics: 2010 bis 2017 (Panini)
Ambitionierte Zeichner mit eigenem Stil, Storys, die Handlungsfäden des TV-Geschehens aufgreifen und Lücken füllen – eine rundum gelungene Adaption, so ideenreich wie die Vorlage. Unter dem Titel Serenity veröffentlichte Panini in vier Paperbacks das vorhandene Material (erschien im Original bei Dark Horse; Autoren: Joss Whedon und sein Bruder Zack). In den USA führten danach die Boom! Studios die Comicserie unter dem Titel Firefly fort.

Willkommen an Bord (v.l.n.r.): ›Serenity‹-Captain Malcolm Reynolds, Kurtisane Inara, Zoë, die rechte Hand des Captains, Söldner Jayne Cobb, Schiffsmechanikerin Kaylee, Priester Shepherd Book





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