Beim Blättern (20) • TV-Serien als Comics
Fortsetzung folgt
Sie sind schon bekannt, bevor sie auf den Markt kommen – die Comicfassungen beliebter TV-Serien. Was im Fernsehen gefällt, so der Gedanke, findet auch als Comic Anklang. Erst recht im Science-Fiction-Genre. Faszinierendes, das auf der Mattscheibe aus Kostengründen nicht ohne weiteres umzusetzen ist, lässt sich mit leichter Hand zu Papier bringen. Exotische Planeten, bizarre Lebensformen, unbekannte Zivilisationen. Doch die Atmosphäre der Vorlagen fangen nur wenige ein.
Trabant auf Abwegen
Explodierender Atommüll wirft den Erdmond aus der Umlaufbahn und schleudert ihn in die Tiefen des Alls. Auf der Mondbasis überleben 300 Menschen, überwiegend Wissenschaftler. In entlegenen Sonnensystemen begegnen sie ulkig geschminkten Wesen wie »Dracula« Christopher Lee und »Darth Vader« David Prowse als Ganzkörpergummipuppe. In den Hauptrollen: der spätere Oscar-Gewinner Martin Landau und seine Frau Barbara Bain, die bereits in der Fernsehserie
Kobra, übernehmen Sie (Mission Impossible)
mitspielten.
Die Crew der Mondbasis (v.l.n.r.): Commander John Koenig und Ärztin Dr. Helena Russell, Professor Victor Bergman, Datenanalystin Sandra Benes, Chefpilot Alan Carter, Programmierer David Kano
Außerirdische Schatten
Das Jahr 2257. Über dem Planeten Epsilon III schwebt die Raumstation
Babylon 5, diplomatischer Vorposten der Menschheit und intergalaktischer Treff für Völker wie die Minbari, Centauri und Narn. Die Crew schlägt sich mit Handelskonflikten und politischen Intrigen herum – bis eine Bedrohung ungeahnten Ausmaßes auftaucht: die uralte Spezies der Schatten.
Der Handlungsbogen war schon zu Beginn auf fünf Staffeln angelegt, damals ein neues (und ehrgeiziges) TV-Konzept. Nicht vorgesehen war der Ausstieg des Hauptdarstellers. Commander Jeffrey Sinclair (Michael O'Hare) verließ
Babylon 5
nach der ersten Staffel, ihn ersetzte John Sheridan (Bruce Boxleitner).
Köpfe der Raumstation (v.l.n.r.): Minbari-Botschafterin Delenn, Kommandant John Sheridan, seine Stellvertreterin Susan Ivanova, Sicherheitschef Michael Garibaldi, Narn-Botschafter G'Kar, Centauri-Botschafter Londo Mollari
Drill im All
Eine Handvoll junger US-Marines zieht 2063 in den Krieg. Fiese Außerirdische, die Chigs, überfallen Kolonien der Menschheit. Stationiert auf einem Flugzeugträger im Weltraum, der
Saratoga, begehen die adretten Twens eine Heldentat nach der anderen. Um am Ende festzustellen: Nicht die gemeinen Chigs sind die Aggressoren, sondern die Menschen.
Ersonnen von den
Akte X-Autoren Glen Morgan und James Wong, galt Space 2063
seinerzeit als eines der aufwendigsten TV-Projekte; Produktionskosten: mehr als eine Million Dollar pro Folge. Zu teuer angesichts der Einschaltquoten, fand der US-Sender Fox und wrackte die
Saratoga nach einer Saison ab.
Die Comics: 1996 bis 1997 (Feest)
So kurzlebig wie die Fernsehserie war auch die Comicfassung. Fünf Hefte kamen in den USA heraus, Durchschnittsware, routiniert erstellt. Feest packte sie hierzulande in zwei Paperbacks. Band 1 enthält die Adaption des Pilotfilms.
Space-Marines (v.l.n.r.): die Lieutenants Nathan West und Cooper Hawkes, Captain Shane Vansen
Planetenhopping
Ein Sternentor ermöglicht Reisen quer durch die Galaxis. Colonel Jack O’Neill von der US Air Force packt das MG ein und erkundet mit dem Kommando SG-1 die kanadische Wildnis – ach Humbug: er erkundet fremde Welten, die nach kanadischer Wildnis aussehen. Zwischen Farnen und Fichten kämpfen O’Neill, Samantha »Sam« Carter, Archäologe Daniel Jackson und der Jaffa Teal’c gegen die Goa’uld, außerirdische Parasiten, die ihren humanoiden Wirten übermenschliche Kräfte und eine grollende Stimme verleihen.
Basiert auf Roland Emmerichs verblüffend erfolgreichem Kinotrash
Stargate
(USA 1994). Und war ähnlich erfolgreich.
Das Comic: 2005 (Dino)
Dinos Ausflug ins
Stargate-Universum endete nach einer Ausgabe. Ein abgeschlossenes Abenteuer, eigenwillig gezeichnet, aber nicht ohne Charme. In den USA kam eine Handvoll weiterer Storys auf den Markt, darunter das Comicdebüt des Ablegers
Stargate Atlantis.
Das SG-1-Kommando (v.l.n.r.): Colonel Jack O’Neill, Captain Samantha Carter, Archäologe Daniel Jackson, Jaffa Teal’c
»Frell dich!«
Der fußlahme Heliumpupser Rygel XVI., die abtrünnige Soldatin Aeryn, der Luxaner Ka D’Argo mit Bartwulst am Kinn und Tentakeln am Kopf – eine eigenwillige Gesellschaft ist es, in der sich US-Astronaut John Crichton wiederfindet. Durch ein Wurmloch gelangt er in einen unbekannten Sektor des Universums. An Bord des lebenden Raumschiffs Moya
flieht er mit Aeryn, Rygel und den anderen vor rachsüchtigen Sebazianern und mordgierigen Scarranern. Und macht Bekanntschaft mit den unendlichen Seltsamkeiten des Alls.
Wegweisende SF-Serie der Muppets-Macher. Spielte mit Erzählweisen und Formaten und etablierte einen eigenen Slang: »Frell dich!« (»Fuck you!«).
Farscapes Gesichter (v.l.n.r.): Astronaut John Crichton, Ex-Soldatin Aeryn Sun, Finsterling Scorpius, die quirlig-graue Chiana, Hynerianer und Heliumpupser Rygel XVI., Moyas Symbiont Pilot
Outlaws unter fernen Sonnen
Die
Serenity, ein altersschwacher Raumfrachter der Firefly-Klasse. Das Zuhause von Malcolm Reynolds und seiner zusammengewürfelten Crew. Und Herberge von Dauergästen wie Edelhure Inara und Priester Shepherd Book. Mit Schmuggel und Gaunereien hält sich der bunte Haufen über Wasser. Den totalitären Herrschern, der Allianz, geht die Serenity
ebenso aus dem Weg wie skrupellosen Desperados. Bis Malcolm und Co. einem Geheimnis auf die Spur kommen – dem Rätsel um die blutrünstigen Reaver, die im All Angst und Schrecken verbreiten.
Ein SF-Western von Joss Whedon (Buffy, Aliens 4, Avengers), gespickt mit überraschenden Einfällen. Wegen schwacher Quoten setzte der US-Sender Fox die Serie noch vor Ende der ersten Staffel ab.
Willkommen an Bord (v.l.n.r.): ›Serenity‹-Captain Malcolm Reynolds, Kurtisane Inara, Zoë, die rechte Hand des Captains, Söldner Jayne Cobb, Schiffsmechanikerin Kaylee, Priester Shepherd Book
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