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blaufarn • 17. Januar 2026

Im Netz (6) • Resteverwertung à la Marvel

John Carter bittet zum Tanz

Er treibt sich auf dem Mars rum, trägt Lendentuch statt Raumanzug und zankt sich mit Einheimischen: John Carter ist Kriegsfürst des Roten Planeten. Meistens. Manchmal auch nicht. Manchmal nennt er sich Aron und tut so, als lebe er nicht auf dem Mars, sondern auf einer Welt namens Shiva IV, vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis, und dort tanzt er mit Prinzessin Leia durch den Krieg der Sterne.


Marvel brachte die Serie John Carter, Warlord of Mars 1977 auf den Markt. Im Fahrwasser der erfolgreichen Conan-Comics sollte der Schwertkämpfer vom Nachbarplaneten Umsatz bringen. Die Figur ist im angloamerikanischen Raum ungleich populärer als hierzulande, war es schon damals. Tarzan-Schöpfer Edgar Rice Burroughs (1875-1950) erfand den Fantasy-SF-Helden (sogar vor dem Lord an der Liane) und schilderte seine Abenteuer in mehr als einem Dutzend Romanen und Kurzgeschichten. Der Mars ist darin wild und bevölkert von allerlei Wesen in Gelb, Rot, Grün. Und mittendrin John Carter, Veteran des Amerikanischen Bürgerkriegs. Ein Höhlenportal in Arizona beamt ihn durchs All.

Wenn er sich nicht gerade rauft, hängt John gern in der Bibliothek ab. Es sei denn, seine Geliebte Dejah Thoris bringt ihn auf andere Gedanken.

John Carter, Warlord of Mars, mit Gattin Dejah Thoris. Die beiden haben Spaß aneinander. Und an Bücherregalen.

Lang hielt sich Marvels John Carter nicht. Im Juli 1979, nach 28 Heften, war Schluss. Auf Deutsch erschienen die Comics nie. Oder doch, schon, irgendwie. Und zwar in Ehapas Serie Krieg der Sterne. Die stammt auch von Marvel.


Nach Carters Aus war ungenutztes Material übrig. Zu schade für den Papierkorb, fand Marvel – und baute die fertigen Seiten andernorts ein. In Star Wars (1977-1986, 107 Ausgaben). Neue Rahmenhandlung, neuer Text, ein paar Stormtrooper, fertig. Aus dem Mars wird der Planet Shiva IV, auf dem Prinzessin Leia notlandet. Sie lernt das Herrscherpaar kennen: John Carter und Dejah Thoris – oder nein: Aron Peacebringer und Alisande (rechts). Sie feiert mit den beiden, sie kämpft an ihrer Seite, und am Ende gabeln Luke Skywalker und Chewbacca sie wieder auf.

Die Story, im Original ein Zweiteiler (Star Wars 53 und 54, Marvel 1981), erschien bei Ehapa 1983 als Krieg der Sterne-Band 14 »Die Eroberung von Calian!«

Nochmal John und Dejah in ihrer Bibliothek. Oder... Moment... das sind Aron Peacebringer und Gattin Alisande vom Planeten Shiva IV.

Lang hielt sich Marvels John Carter nicht. Im Juli 1979, nach 28 Heften, war Schluss. Auf Deutsch erschienen die Comics nie. Oder doch, schon, irgendwie. Und zwar in Ehapas Serie Krieg der Sterne. Die stammt auch von Marvel.


Nach Carters Aus war ungenutztes Material übrig. Zu schade für den Papierkorb, fand Marvel – und baute die fertigen Seiten andernorts ein. In Star Wars (1977-1986, 107 Ausgaben). Neue Rahmenhandlung, neuer Text, ein paar Stormtrooper, fertig. Aus dem Mars wird der Planet Shiva IV, auf dem Prinzessin Leia notlandet. Sie lernt das Herrscherpaar kennen: John Carter und Dejah Thoris – oder nein: Aron Peacebringer und Alisande. Sie feiert mit den beiden, sie kämpft an ihrer Seite, und am Ende gabeln Luke Skywalker und Chewbacca sie wieder auf.

Die Story, im Original ein Zweiteiler (Star Wars 53 und 54, Marvel 1981), erschien bei Ehapa 1983 als Krieg der Sterne-Band 14 »Die Eroberung von Calian!«

Nochmal John und Dejah in ihrer Bibliothek. Oder... Moment... das sind Aron Peacebringer und Gattin Alisande vom Planeten Shiva IV.

Prinzessin Leia tanzt auf dem Mars mit Warlord John Carter. Quatsch: Sie tanzt auf Shiva IV mit Friedensbringer Aron und kämpft an seiner Seite. Am Ende sagt sie Tschüs und kommt nie wieder.

Prinzessin Leia tanzt auf dem Mars mit Warlord John Carter. Quatsch: Sie tanzt auf Shiva IV mit Friedensbringer Aron und kämpft an seiner Seite. Am Ende sagt sie Tschüs und kommt nie wieder.

Prinzessin Leia tanzt auf dem Mars mit Warlord John Carter. Quatsch: Sie tanzt auf Shiva IV mit Friedensbringer Aron und kämpft an seiner Seite. Am Ende sagt sie Tschüs und kommt nie wieder.

Bemerkenswert ist das Ehapa-Album nicht nur deshalb. Dem Stuttgarter Verlag behagte Dejah-Alisandes Aufzug offenkundig nicht. Zu aufreizend für junge Leser. Die Verantwortlichen spendierten der Schönen ein Oberteil und einen braveren Rock. Ihr Bauchnabel verschwand, und den Blick hat sie in der deutschen Ausgabe züchtig gesenkt.

Im US-Original (oben) geizt John Carters Gefährtin Dejah alias Alisande nicht mit ihren Reizen. Ehapa verordnete ihr einen sittsameren Auftritt (unten).

Im US-Original (oben) geizt John Carters Gefährtin Dejah alias Alisande nicht mit ihren Reizen. Ehapa zog einen sittsameren Auftritt vor (unten).

Im US-Original (links) geizt John Carters Gefährtin Dejah alias Alisande nicht mit ihren Reizen. Ehapa zog einen sittsameren Auftritt vor (daneben).

John Carters Resteverwertung im Star Wars-Kosmos wirft ein Schlaglicht auf den damals legeren Umgang der Verlage mit Stoffen und Zeichenmaterial. Nachlesen lässt sich das im Netz – in Fan-Wikis wie Marvel Database und Wookiepedia.

© Künstler und Verlage | Cover, Leseproben, Bildzitate

© blaufarn | Website, Illustrationen, Texte

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