Im Netz (6) • Resteverwertung à la Marvel
John Carter bittet zum Tanz
Er treibt sich auf dem Mars rum, trägt Lendentuch statt Raumanzug und zankt sich mit Einheimischen: John Carter ist Kriegsfürst des Roten Planeten. Meistens. Manchmal auch nicht. Manchmal nennt er sich Aron und tut so, als lebe er nicht auf dem Mars, sondern auf einer Welt namens Shiva IV, vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis, und dort tanzt er mit Prinzessin Leia durch den Krieg der Sterne.
Marvel brachte die Serie John Carter, Warlord of Mars 1977 auf den Markt. Im Fahrwasser der erfolgreichen Conan-Comics sollte der Schwertkämpfer vom Nachbarplaneten Umsatz bringen. Die Figur ist im angloamerikanischen Raum ungleich populärer als hierzulande, war es schon damals. Tarzan-Schöpfer Edgar Rice Burroughs (1875-1950) erfand den Fantasy-SF-Helden (sogar vor dem Lord an der Liane) und schilderte seine Abenteuer in mehr als einem Dutzend Romanen und Kurzgeschichten. Der Mars ist darin wild und bevölkert von allerlei Wesen in Gelb, Rot, Grün. Und mittendrin John Carter, Veteran des Amerikanischen Bürgerkriegs. Ein Höhlenportal in Arizona beamt ihn durchs All.
Wenn er sich nicht gerade rauft, hängt John gern in der Bibliothek ab. Es sei denn, seine Geliebte Dejah Thoris bringt ihn auf andere Gedanken.
John Carter, Warlord of Mars, mit Gattin Dejah Thoris. Die beiden haben Spaß aneinander. Und an Bücherregalen.
Bemerkenswert ist das Ehapa-Album nicht nur deshalb. Dem Stuttgarter Verlag behagte Dejah-Alisandes Aufzug offenkundig nicht. Zu aufreizend für junge Leser. Die Verantwortlichen spendierten der Schönen ein Oberteil und einen braveren Rock. Ihr Bauchnabel verschwand, und den Blick hat sie in der deutschen Ausgabe züchtig gesenkt.
John Carters Resteverwertung im Star Wars-Kosmos wirft ein Schlaglicht auf den damals legeren Umgang der Verlage mit Stoffen und Zeichenmaterial. Nachlesen lässt sich das im Netz – in Fan-Wikis wie Marvel Database und Wookiepedia.






















